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Lexikon - Migration (in der Funktechnik)

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" deutsch: gleitende/fließende Umstellung Begriffswelt: Funk allgemein Unter 'Migration' wird in der Funktechnik ein Prozess zur Ablösung eines Funknetzes/Funksystems durch ein technologisch verbessertes und grundsätzlich nicht kompatibles in der Art verstanden, dass alte und neue Kommunikationstechnologie für einen bestimmten Zeitraum nebeneinader und vernetzt miteinander existieren. Wenn in großen, ständig in Betrieb befindlichen Funknetzen Ablösungen der Systemtechnologie stattfinden sollen, die eine weitere Nutzung weder der System-, noch der Endgerätetechnik ermöglichen, stellt dies stets eine besondere Herausforderung an Technologie und Logistik dar. Die Endgeräte können aus logistischen und meist auch wirtschaftlichen Gründen nicht mit einem Mal ausgetauscht werden. Es ist meist sinnvoll, Teile des neuen Netzes bereits in Betrieb zu nehmen, auch wenn dies noch nicht komplett errichtet ist. Der praktische Testbetrieb ist die beste Methode, um Erfahrungen zu sammeln und Fehler auszumerzen. Aus diesem Grund ist eine schritt- oder phasenweise Ablösung unumgänglich. Beide Netze und beide Engerätegenerationen müssen für einen bestimmten Zeitraum notwendigerweise parallel (vielleicht sogar alternativ) genutzt werden. Um die der Netzarchitektur zu Grunde liegenden Kommunikationsbedürfnisse jedoch auch in dieser Phase weitestgehend befriedigen zu können, ist es zwingend notwendig, Schnittstellen zwischen Altem und Neuem herzustellen. Dazu gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: Bestandteile des neuen Netzes werden zeitweilig oder ständig so ausgelegt, dass sie auch die Kommunikation der alten Endgerätetechnik ermöglichen bzw. deren Informationen aufnehmen und verarbeiten können. An Informationsknotenpunkten, wie Dispacherarbeitsplätzen, Leitstellen, Zentralen, wo Alt und Neu aufeinandertreffen, werden Matrixsysteme eingesetzt, die eine manuelle, zumeist aber rechnergesteuert automatisierte Umschaltung und Verbindungsherstellung zwischen Beiden ermöglichen. Beide Möglichkeiten können kombiniert oder alternativ eingesetzt werden. Das ist meist davon abhängig, welchen Zeitraum eine Migration in Anspruch nimmt, welche Aufwendungen wirtschaftlich sind und welche Kompromisse/Einschränkungen gemacht werden können. Ein sehr gutes, weil extrem komplexes Beispiel für Migration ist die gegenwärtig laufende Umstellung der alten, analogen Funknetze auf das neue Digitale Funknetz der BOS. Allerdings hat die extreme Verzögerung der Einführung des neuen Netzes auch für enorm erhöhte technische und logistische Aufwendungen zur Umsetzung zwingend notwendiger Migrationsmaßnahmen gesorgt. "
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